Air Berlin Flugzeugfonds: Anleger sollten nicht in Panik verfallen

Für Anleger von Flugzeugfonds werden sich die Folgen der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin voraussichtlich im Rahmen halten. Insgesamt vier Fonds haben aktuell noch Leasingverträge mit Air Berlin: Zwei CFB-Fonds von Commerz Real aus dem Jahr 2010 sowie die Beteiligungen Flight Invest 47 und 48 von Hannover Leasing aus den Jahren 2008 und 2011.

Commerz Real teilte auf Anfrage des Finanzmagazins Cash.Online mit, dass die Verträge ihrer beiden Fonds mit Air Berlin noch bis Ende Januar 2019 laufen und ungeachtet des Insolvenzantrages bis auf Weiteres fortbestehen. Aktuell sind die Flugzeuge an Eurowings (unter-)verleast. Bis Januar dieses Jahres wurden alle Ausschüttungen planmäßig geleistet, über die Ausschüttung für das 1. Halbjahr 2017 wird entschieden, sobald das beabsichtigte Vorgehen von Air Berlin beziehungsweise des Sachwalters oder Insolvenzverwalters absehbar ist. Intern prüfen die beiden Fondsgesellschaften aber Optionen zur Verwertung der Flugzeuge vor.

Nach einer Mitteilung von Hannover Leasing sind die Flugzeuge der betroffenen Fonds seit Dezember 2016 bzw. Januar 2017 im Rahmen eines Sub-Lease-Vertrages an die Air-Berlin-Tochter Niki Luftfahrt GmbH vermietet. Das Unternehmen ist neben Air Berlin zur Zahlung der Leasingraten in vertraglicher Höhe verpflichtet. Zudem ist Air Berlin vertraglich zur Abtretung der Mietzahlungen von Niki verpflichtet, bis dato wurden alle Leasingraten planmäßig gezahlt. Hannover Leasing geht davon aus, dass Niki von der Insolvenz von Air Berlin nicht betroffen ist.

Stefan Löwer, Leiter des Cash-Ressorts Sachwertanlagen und Chefanalyst von G.U.B. Analyse, sieht als wesentlichen Grund dafür, dass die betroffenen Anleger „nicht in Panik verfallen“ sollten, den Substanzwert der Flugzeuge. Diese gehörten den Fonds und der Markt der Passagierluftfahrt sei intakt. Die Flugzeuge würden gebraucht, seien in Betrieb, und wenn Air Berlin nicht zahle, holten die Fonds sich die Flieger einfach zurück. Sie würden wohl schnell einen neuen Mieter oder einen Käufer finden. Ein „Debakel“ wie bei vielen Schiffsfonds sei nicht zu erwarten.