Inflation: Top-Fondsmanager favorisieren unterschiedliche Szenarien

Beim Sauren Fondsmanager-Gipfel auf dem FONDS professionell Kongress in Mannheim haben Deutschlands Top-Fondsmanager unterschiedliche Erwartungen hinsichtlich der künftigen Inflationsentwicklung geäußert.

So erwartet Fondsmanager und StarCapital-Gründer Peter E. Huber in den nächsten drei bis vier Jahren Inflationsraten von deutlich über 5 %. Die Rohstoffzyklen seien in eine Aufwärtsbewegung eingemündet, was zu Zweitrundeneffekten und steigenden Konsumentenpreisen führen werde. Auch sei die Politik des neuen US-Präsident Donald Trump „in jeder Beziehung“ inflationär. Als wichtigsten Faktor für eine steigende Inflation sieht Huber jedoch China an. Innerhalb nur eines Jahres habe die Entwicklung der Produzentenpreise in China von  – 6 % auf + 5,5 % gedreht. Was China früher als Deflation in die Welt exportiert habe, exportiere es jetzt als Inflation. Huber zeichnete das bekannte Bild der Analogie der Inflation zu einer Ketchup-Flasche. Auch bei dieser „kommt erst nichts raus, irgendwann kommen ein paar Spritzer – in der Situation sind wir jetzt – aber es wird weiter Geld gedruckt, und irgendwann kommt dann der Schwall.“

Bert Flossbach von der Vermögensverwaltug Flossbach von Storch stimmte Hubers Einschätzung in weiten Teilen zu, glaubt aber, dass es mit deutlich steigenden Inflationsraten noch etwas dauern könne. Vielleicht, so Flossbach, „kloppen wir noch vier Mal drauf und stehen hier beim Fondskongress 2021 und konstatieren, dass es jetzt endlich so weit ist.“ Generell skeptischer bezüglich einer deutlich höheren Inflation zeigte sich Olgerd Eichler von MainFirst. Er ist der Auffassung, eine Inflationsrate von 5 % werde man nicht so schnell bekommen. Dies könne sich keine moderne Volkswirtschaft für mehrere Jahre leisten, so Eichler.