Schwellenländer-Experte sieht Chancen in Argentinien

Nach Ansicht von Stefan Böttcher, Fondsmanager des Magna New Frontiers Fund, könnte Argentinien eine der attraktivsten Börsen des kommenden Jahres werden. Sein Fonds ist aktuell mit etwa 6% in argentinischen Banken investiert. Böttcher hält eine Aufstockung dieses Anteils in den kommenden Wochen für möglich. Grund für seinen „verhaltenen“ Optimismus ist der heutige Amtsantritt von Mauricio Macri als argentinischer Staatspräsident. Der ehemalige Bürgermeister von Buenos Aires verfolgt ein liberales Wirtschaftsprogramm und will das südamerikanische Land wieder kapitalmarktfähig machen. Bereits als sich Macris Wahlsieg abzeichnete, wurde an der argentinischen Börse ein „Kursfeuerwerk“ ausgelöst, der MSCI Argentina stieg im Oktober um 45% an. Seit Jahresanfang hat sich der Index trotz dieser starken Erholung in der Summe allerdings kaum bewegt.

Ein wichtiges Anliegen von Macri ist das Zustandekommen einer Lösung mit den sogenannten „Holdouts“. So wird die Gruppe von Hedgefonds bezeichnet, die ca. 7% der argentinischen Staatsanleihen aus den Jahren 2001/2002 halten. Bisherige Umschuldungsangebote der argentinischen Regierung hatten diese Gläubiger abgelehnt. Seitdem ist dem Land der Zugang zum internationalen Kapitalmarkt verwehrt. Zudem plant der neue argentinische Präsident eine Aufhebung der Kapitalverkehrskontrollen, eine Liberalisierung der Währung, eine drastische Kürzung der staatlichen Subventionen und die Abschaffung der Exportzölle im Agrarsektor.

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